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Meldung vom: 17.10.2016 - 08:00 Uhr

Roland Berger kritisiert sinkende Renditen für Netzbetreiber

München – Kaum hat die Bundesnetzagentur die maßgeblichen Renditesätze für die Betreiber von Strom- und Gasnetzen neu festgelegt, da hagelt es Kritik von vielen Seiten. Der Consulting-Konzern Roland Berger legt nun direkt eine Studie vor, in der von einem erheblichen Verlust von Unternehmenswerten die Rede ist. Es werden aber auch Anpassungsstrategien aufgezeigt.

Die deutschen Energieversorger verdienen vor allem an dem Betrieb der Stromnetze. Doch diese Einnahmequelle gerät laut Roland Berger nun in Gefahr. Grund ist die Reduzierung der Eigenkapitalzinssätze für Strom- und Gasnetzbetreiber für die dritte Regulierungsperiode (2018-2022 Gas; 2019-2023 Strom). Obwohl diese Anpassungen erst ab 2018 bzw. 2019 greifen und bei einer Änderung der Zinslandschaft auch wieder angepasst werden können, entwirft Roland Berger ein wahres Schreckensszenario.

Roland Berger: Netzbetreiber trifft Rentabilitätsverlust von über 20 Prozent

Die Bundesnetzagentur hat beschlossen, den Eigenkapitalzinssatz für Strom- und Gasnetzbetreiber von 9,05 Prozent auf 6,91 Prozent für Neuanlagen zu senken; für Altanlagen sinkt der Zinssatz von 7,14 Prozent auf 5,12 Prozent (IWR Online berichtete). Die Behörde reagiert damit auf das anhaltend niedrige Marktzinsniveau. Vor allem kleinere und mittlere Energieversorger müssen daher künftig negative Auswirkungen auf ihre Renditen befürchten, so Roland Berger. Rund 40 Prozent der Energieversorger mit Netzbetrieb hätten so Bedarf, rasch auf die Senkung des Zinsniveaus zu reagieren, um einen Rentabilitätsverlust von über 20 Prozent zu vermeiden. Das Consulting-Unternehmen mit rund 2.400 Mitarbeitern in 34 Ländern hat dazu eine neue Studie mit dem Titel "Endspiel im Energienetz - Regulierung und Rendite: Unternehmerische Strategien in Zeiten niedriger Zinsen" veröffentlicht.

Energienetze: Letzte Profitabilitätsquelle wird in Frage gestellt
"Investitionen in Energienetze waren früher ein attraktives Geschäft", sagt Torsten Henzelmann, Partner von Roland Berger. "Nun wird auch die letzte Profitabilitätsquelle in Frage gestellt. Die Senkung des Zinsniveaus wird daher zu einem Strategiewechsel bei den Versorgern führen: Hatten bisher Investitionen in den Netzausbau höchste Priorität, werden die Muttergesellschaften der Netzbetreiber künftig genauer hinschauen, ob sie nicht eher in Erneuerbare Energien investieren sollen." Durch die Zinsanpassung sinkt die Rentabilität der Netzinvestitionen von heute 6,5 Prozent auf etwa 4,7 Prozent und liegt damit etwa unter dem Niveau von Windanlagen an Land, die laut Roland Berger aktuell eine Rentabilität zwischen 5 und 6 Prozent garantieren.

Kleine und mittlere Energieversorger stärker betroffen
Insgesamt fällt der Effekt der Zinsanpassung für kleinere und mittlere stärker aus als für große Energieversorger mit konventioneller Erzeugung, so die Berater. Denn kleinere Versorger haben in der Vergangenheit stärker in die Netzinfrastruktur investiert. Die Situation auf dem Energiemarkt und die Entwicklung der Netzrendite zwinge deshalb die Energieversorger und ihre Eigentümer zum Handeln. Denn durch die Zinsänderung verlieren ihre Unternehmen an Wert: Von einem Wertverlust von bis zu 35 Prozent gehen die Roland-Berger-Experten aus.

Vier Handlungsoptionen für Netzbetreiber
Die Experten von Roland Berger schlagen in der Studie vier allgemeine Handlungsoptionen vor. Eine zügige Desinvestition, eine Leadership-Strategie, bei der das Netz-Engagement ausgebaut wird, eine Nischenstrategie oder Harvest-Strategie, bei der langsam desinvestiert wird.
"Diese strategischen Optionen stellen allgemeine Leitlinien dar und sollten systematisch im Einzelfall bewertet werden", sagt Roland-Berger-Partner Henzelmann. "Eines empfehlen wir jedoch uneingeschränkt: Alle Unternehmen sollten die jüngste Zinsanpassung und ihre Auswirkung auf das eigene Geschäft genauer unter die Lupe nehmen. Entsprechend sollten dann die Energieversorger schnell darauf reagieren, um auf dem Markt erfolgreich zu bestehen."

Quelle: IWR Online
© IWR, 2016

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