IWR®-Stromtarifrechner

 

Gastarifrechner

 

Energiemarkt

 

Service

 

Stromtarife-Newsletter

 



Stromtarifrechner.de - News aus der Stromwirtschaft

Meldung vom: 10.04.2017 - 08:23 Uhr

Nicht alle Stromversorger bekennen sich zum Kohleausstieg

Brüssel – Eurelectric ist der Verband, der die nationalen europäischen Stromverbände vereint. Zu den 30 vollen Mitgliedern zählen vor allem die 28 EU-Staaten. Dieser supranationale Energieverband bekennt sich nun zum Kohleausstieg. Doch nicht alle Mitglieder ziehen mit.

Der europäische Stromverband Eurelectric hat eine Erklärung veröffentlicht, nach der der europäische Stromsektor bereits ab dem Jahr 2020 nicht mehr in neue kohlebefeuerte Anlagen investieren will. Ziel sei es, eine CO2-neutrale Stromversorgung bis zum Jahr 2050 zu erreichen. Doch zwei Länder machen nicht mit.

Nur Griechenland und Polen setzen weiter auf Kohle
Eurelctric bezieht sich auf das Pariser Klimaschutz-Abkommen von Ende 2015. Die Mitgliedsverbände bekennen sich zum Ziel einer CO2-neutralen Stromerzeugung in Europa bis 2050. Dabei soll der Preis im Wettbewerb ermittelt und die Stromversorgung zuverlässig gewährleistet werden. An dieser Stelle hören die Gemeinsamkeiten auf. Verbände aus zwei EU-Staaten wollen sich nicht beteiligen, wenn es um die Zusage geht, ab 2020 nicht mehr in neue Kohlekraftwerke zu investieren. Zum einen ist es der polnische Verband Polish Electricity Association (PKEE) und zum anderen klammern sich die Griechen aus. Der griechische Verband, die Hellenic Electricity Association (HELAS), wird ebenfalls ausdrücklich von der Eurelectric-Erklärung ausgenommen.

Polen betrachtet Kohle als strategische Ressource
Die Berichterstattung über die Erklärung von Eurelectric fokussiert sich insbesondere auf den Ausschluss von Polen und Griechenland. Wie S&P Global berichtet, habe Eurelectric-Generalsekretär Kristian Ruby erklärt, dass Polen die Kohle weiterhin ausdrücklich als strategische nationale Ressource betrachte. Neue Kohlekraftwerke sind dort im Bau bzw. in der Planung. Auch in Griechenland wird derzeit ein 660 Megawatt (MW) großes Kohlekraftwerk gebaut. Das Kraftwerk Ptolemaida V im Norden des Landes soll 2020 ans Netz gehen. Mindestens ein weiteres Kraftwerk ist auch in Griechenland geplant.

Paradox: Deutschland bürgt für griechisches Kohlekraftwerksprojekt
Für das Kohlekraftwerk Ptolemaida in Griechenland hat Hitachi Europe mit Sitz in Duisburg von der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Kredit über 730 Millionen Euro erhalten. Falls der griechische Energieversorger DEI den Kredit nicht tilgen kann, springt der deutsche Steuerzahler für das Kohlekraftwerks-Projekt aufgrund einer Hermes-Bürgschaft der Bundesregierung ein. Dies hatte das ARD-Magazin Panorama schon im November 2015 herausgefunden.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2017

Mehr Nachrichten und Infos zum Thema Kohleausstieg
Dong Energy fixiert Kohleausstieg
Deutschland scheitert beim Klimaschutz
Merkel bremst Erwartungen an Kohleausstieg
Klimaschutz mit dem CERINA-Plan
Energiekarriere: Ingenieur (m/w) für den Bereich Energiemanagement und Klimaschutz gesucht
Weitere News zur EU-Energiepolitik
Veranstaltung: Gasturbinen und Gasturbinenbetrieb 2017

zurück
© Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien/ IWR.de GmbH
Suche in

Stromtarife-News
IWR-Pressedienst
Handwerker
Versorger

Termine, Messen
      

Energiejobs
       

Nachrichten zu:

Pressemeldungen